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Die Vorschularbeit im Waldorfkindergarten Itzehoe

Das letzte Kindergartenjahr ist für die angehenden Schulkinder ein besonderes Jahr. Sie sind inzwischen mit dem Ablauf und den Ritualen sehr vertraut und freuen sich auf neue Herausforderungen. Sie sind jetzt die Großen in der Gruppe und übernehmen gerne verschiedene Aufgaben.
Sie helfen den jüngeren Kindern, sie decken den Frühstückstisch, verteilen das Obst und gießen den Tee ein, fegen aus, waschen ab, gießen die Blumen, stellen den Stuhlkreis, bringen den Kompost und den Müll weg und erledigen Botengänge. Sie können Finger- und Handpuppenspiele selbstständig vorführen und Spiele anleiten. Die bereits begonnene Webarbeit wird im Laufe des Jahres fertig gestellt und ein Kissen oder eine Tasche daraus genäht.
Ganz besonders freuen sie sich auf die „Schulkinderarbeiten", eine handwerklich-künstlerische Arbeit. Oft fragen sie schon bald nach den Sommerferien: „Darf ich jetzt ein Schiff / ein Puppenhaus ... bauen?" Und schon machen sie sich an die Arbeit an der Werkbank. Da wird gesägt, geraspelt, gefeilt, geschmirgelt, geölt, gehämmert und gebohrt. Dann werden Segel bestickt und genäht, Puppenhausdächer gesäumt und kleine Püppchen, Zwerge und Matrosen gefertigt. Die Puppen- und Zwergenhäuser bekommen Möbel und Teppiche, das Schiff ein Rettungsboot oder einen Anker. Die Gestaltung dieser Werkstücke ist sehr individuell. Für alle aber geht es darum, sich über einen längeren Zeitraum mit einer Arbeit zu verbinden, Widerstände zu überwinden und daran zu wachsen. Schaffensfreude entsteht, Ausdauer und Konzentration, Koordination und Geschicklichkeit werden gefördert.
Einmal in der Woche kommen die Vorschulkinder zum Harfenspiel zusammen. Die Kinderharfe ist ein pentatonisch gestimmtes Saiteninstrument, das einen zarten und harmonischen Klang erzeugt und so eine ruhige, andächtige Stimmung bewirkt. Beim Harfe spielen werden die feinmotorischen Fähigkeiten und die Koordination geschult und die Kinder üben das Hinhören und Aufeinanderhören. Es werden der Jahreszeit entsprechende Quintenlieder gesungen und gespielt. Kombiniert mit Bewegungselementen erfahren die Kinder viel Freude an musikalisch-rhythmischer Tätigkeit
In den letzten Kindergartenwochen üben die Vorschulkinder das Märchen „Dornröschen" als Marionettenspiel ein und begleiten es mit der Harfe. Zu ihrem Abschlussfest führen sie es stolz ihren Eltern und den jüngeren Kindern vor. Dann werden auch die Arbeiten und Bilder der Kinder präsentiert. Die Kindergärtnerin setzt jedem „Schulkind" eine Krone auf und lässt dieses letzte Jahr noch einmal Revue passieren, bevor sie die Großen verabschiedet und in die Schule entlässt.

Maria Böckmann, Kindergärtnerin