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Feste im Waldorfkindergarten Itzehoe
Rhythmus und Wiederholung finden wir im Waldorfkindergarten Itzehoe im Kleinen und im Großen. Für eine gesunde Kindesentwicklung bemühen wir uns um einen festen Tagesablauf mit ruhigen und bewegten Phasen, gehaltenen und freilassenden Aktivitäten. Die verschiedenen Wochentage kennzeichnen wir durch die Zubereitung unseres gemeinsamen Frühstücks und durch den Waldtag, den Putztag und den Eurythmietag.
Einen größeren Bogen schlagen wir im Jahreslauf mit der Gestaltung der wiederkehrenden christlichen Jahresfeste. Kinder die mehrere Jahre im Kindergarten sind dürfen daran erleben einmal die Kleinen zu sein, die die Festrituale neu erleben und in sich aufnehmen, und sich im nächsten Kindergartenjahr wieder zu erinnern und als großes Kindergartenkind das Fest mitzugestalten. Dabei hilft uns immer der Blick in die Natur.
Erntezeit
Das Kindergartenjahr beginnt nach den Sommerferien bald mit der Erntezeit. Täglich werden nun Vorbereitungen für unser Erntefest getroffen: Das Korn für unser Erntebrot muss gedroschen und gemahlen werden, zu Hause im Garten wird Gemüse geerntet und für die Erntesuppe im Kindergarten auf dem Jahreszeitentisch gesammelt. Aus dem Wald bringen wir Eicheln, Kastanien und schöne Blätter mit. In manchen Jahren lädt uns der Bauer Gustav Stolzenburg auf seinen Hof zur Kartoffelernte ein, besonders Spaß macht es den Kartoffelkönig zu finden oder die Zwergenhöhle am Feldrand anzusehen, die die Bäuerin uns zeigt. Alle diese Aktivitäten finden die Kinder im Reigen und in unseren Geschichten wieder. Ist das Erntefest gekommen, so laden wir alle Eltern zu Suppe und Brot an einem schön gedeckten Tisch ein.
Michael und Martin: Vorboten der Adventszeit
Michaelifest
In dieser Zeit finden wir den Wechsel der Jahreszeit auch oft im Spiel der Kinder wieder. Während wir vom Erzengel Michael und seinem irdischen Vertreter, dem Drachentöter Sankt Georg erzählen ringen auch die Kinder um Gut und Böse. Da werden Burgfräulein von mutigen Rittern befreit und Drachen bekämpft. Täglich wird im Abschlusskreis ein Edelstein in die Waagschale gelegt, damit Gut und Böse sich die Waage halten. Auch ein Drachensteigefest auf einem abgeernteten Feld passt in diese Zeit. Beim Michaelifest essen wir unsere Michaelswecken und schauen in einen blanken roten Apfel, ob wir dort nicht den Michaelsstern entdecken. Bei allem begleitet uns meistens die Geschichte von der Königstochter auf der Flammenburg.
Sankt Martin und Laternelaufen
Nun taucht zum ersten Mal im Jahreslauf das Licht auf, das bei so vielen Festen eine wichtige Rolle spielt und meist religiöse Symbolik hat. Zunächst ist es noch von der Laterne umhüllt aber es weist uns schon die Richtung zum Christuslicht an Weihnachten. So hatte auch der Sankt Martin bei der Mantelteilung eine Laterne dabei und „leuchtete damit dem armen Mann ins Gesicht", wie es in unserer Puppenspielgeschichte heißt. Die Symbolik des Teilens finden wir wieder im Teilen des Lichts beim Anzünden der Laternen und im Teilen der Martinsbrötchen, die der Sankt Martin uns beim Laternelaufen hinterlässt. Dieses findet meistens im Wald statt oder im nahe gelegenen Park. Dabei singen wir Laternelieder und oft haben wir schon kleine Lichter am Wegesrand gefunden, die die Zwerge für uns angezündet haben.
Advents- und Weihnachtszeit
Adventsgärtlein
Zur Einstimmung auf die Adventszeit begehen wir diese feierliche und besinnliche Tradition. Am Sonnabend vor dem ersten Advent tragen die Kinder begleitet von einem Engel ein Apfellicht in eine Tannenspirale, die mit schönen Steinen und goldenen Sternen geschmückt ist. In der Mitte entzünden sie ihr Licht an einer großen Kerze und setzen es auf die Spirale, die so immer heller wird. Die Eltern singen dazu Adventslieder. Den Weg mit den Kindern durch die Spirale zu gehen bedeutet für uns mit ihnen den Weg bis zum Weihnachtsfest so zu gestalten, dass sie auch ein inneres Licht entzünden können. Jedes Jahr wieder ist es für Eltern Kinder und Erzieher eines der schönsten Feste. Es berührt und inspiriert uns über die ganze Adventszeit.
Nikolaus
Der Nikolaus bringt uns jedes Jahr am 6. Dezember die Wegzehrung bis Weihnachten, nämlich Äpfel, Mandarinen, Nüsse und Lebkuchen. Manchmal lässt er uns einen Sack mit seinen Leckereien da, oft genug ist er aber auch schon selber gekommen und hat uns die Geschichte von Maria erzählt, die aus den guten Taten der Kinder goldene Fäden für das Jesuskind spinnt. Ein besonders mutiges Kind darf so lange seinen großen Stab festhalten. Für seinen Esel lassen wir dann Heu und Wurzeln vor der Tür liegen.
Adventszeit und Weihnachtsfeier
Jetzt ist die Zeit der Vorbereitung und der Erwartung gekommen. Es werden eifrig Plätzchen und Lebkuchenhäuser gebacken und Geschenke gebastelt. Jeden Tag sehen wir ins Geheimniskörbchen und legen die Schätze, die wir dort finden in unser Krippengärtlein, das bei der Weihnachtsfeier komplett sein wird. Die Geschichte der Geburt Jesu spielen wir in unserem Krippenspiel nach, das wir ebenfalls den Eltern bei der Weihnachtsfeier zeigen. In der Adventszeit beginnt jeder Tag mit dem Adventssingen zu dem alle Eltern und Kinder eingeladen sind, und er endet oft mit dem gemeinsamen Kerzenziehen, bei dem der weihnachtliche Duft nach Bienenwachs durch das ganze Haus zieht.
Dreikönigszeit
Am 6. Januar ist Dreikönigstag, so dürfen die Kinder nach den Weihnachtsferien die Geschichte von Kaspar, Melchior und Baltasar im Dreikönigsspiel nachspielen. Im Unterschied zu den Hirten im Krippenspiel kommen diesmal weise und Sternenkundige Könige zu dem Jesuskind und beschenken es. Die prächtigen und farbenfrohen Kostüme bereiten den Kindern dabei eine besondere Freude.
Fasching
Wenn König Winter draußen das Regiment übernommen hat sind auch bei uns die Jecken los. Fasching feiern wir jedes Jahr zu einem bestimmten Thema. So hatten wir in den letzten Jahren Feste unter dem Motto Zwerge, Handwerker, Zirkus, Märchen und auch die Arche Noah und ein Dschungelabenteuer waren dabei. Die Kinder können am Faschingstag verschiedene Stationen durchlaufen, an denen gespielt, gebastelt oder das Essen zubereitet wird.
Ostern
Vor den Osterferien sähen wir mit den Kindern das Ostergras an. Das Wachstum und die Fruchtbarkeit sind unsere Symbole in dieser Zeit. So werden auch bei uns Eier angemalt und ins Schälchen gelegt. Am letzten Tag vor den Ferien kommt dann noch eine Überraschung hinzu und das Gras kann zu Hause weitergepflegt werden. Liegt Ostern nicht zu weit zurück, gehen wir nach den Ferien mit den Kindern im Wald auf Eiersuche.
Pfingsten
Pfingsten ist das Fest des Heiligen Geistes und der Geburtstag der Kirche. Der Jahreszeitentisch ist jetzt weiß gekleidet und darauf stehen zwölf Kerzen für die zwölf Apostel. Jeden Tag dürfen die Kinder ein Licht für jemanden anzünden. Das luftige Element finden wir in den vielen Vogelliedern und Sprüchen wieder die wir den Kindern in dieser Zeit erzählen. Am Pfingstfest bekommt dann auch jedes Kind einen gebastelten Vogel mit nach Hause.
Sommerfest
Beim Sommerfest veranstalten wir Spiele draußen im Garten. Oft schon haben wir diese zu den Themen Feuer, Wasser, Erde, Luft ausgewählt. Man kann dann Feuerbälle werfen, Steinchen mit den Füßen aus dem Wasser angeln, in einem Sandberg nach Schätzen graben oder Dreibeinlauf machen. Die Sommertänze finden zusammen mit Eltern und Kindern auf dem Schulhof statt. Dabei werden auch die werdenden Schulkinder das erste mal besonders wahrgenommen, sie gehen durch das Schulkindertörchen und zeigen einen extra eingeübten Bändertanz. Bei Kaffee und Kuchen können sich dann alle erholen.

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